info@pycologne.de kommt wieder an
Wer uns in den letzten Jahren an info@pycologne.de geschrieben hat, hat
niemanden erreicht. Nicht "wir haben es übersehen", sondern buchstäblich
niemanden: der Mailserver hinter der Domain hat jede Nachricht an diese Adresse
abgelehnt. Seit heute gibt es dahinter ein echtes Postfach, und die Adresse
steht wieder auf unserer Kontaktseite.
Aufgefallen ist es beim Aufräumen unserer alten Kanäle. In unserem GitHub-Profil
und auf unserer Facebook-Seite stand info@pycologne.de als offizieller
Kontakt, also haben wir das Naheliegende getan und einmal selbst hingeschrieben.
Zurück kam kein Postfach, sondern eine Fehlermeldung:
554 5.7.1 <info@pycologne.de>: Relay access denied
Das ist die Antwort eines Mailservers, der für eine Domain zwar zuständig gemeldet ist, für die angefragte Adresse aber kein Ziel kennt. Die MX-Einträge der Domain zeigten auf Server, die niemand aus der heutigen Orga kennt und auf die niemand von uns Zugriff hat, freundlich betreut von jemandem, der irgendwann in der Vergangenheit einmal geholfen hat. Damit war die Adresse jahrelang eine Attrappe. Wie viele Anfragen von Vortragswilligen, Sponsoren oder Interessierten dort verpufft sind, wissen wir nicht und werden es auch nie erfahren.
Der Weg heraus war der gleiche wie bei der Website: nicht mehr an einer Einzelperson hängen, sondern an einer Organisation. Die Website läuft seit Mai beim Python Software Verband, der uns das Hosting sponsort, und dort liegt jetzt auch die Mail. Betrieben wird sie von Flying Circus, gehostet in Deutschland, mit einem Webmail-Zugang, damit sich von der Adresse auch antworten lässt und nicht bloß weiterleiten.
Der interessante Teil steckt danach im Kleingedruckten. Eine Mail zu empfangen ist einfach, eine Mail so zu versenden, dass die Gegenseite sie nicht für Fälschung hält, ist es nicht. Drei Einträge im DNS regeln das:
- SPF sagt, welche Server im Namen der Domain senden dürfen.
- DKIM hängt jeder Mail eine Signatur an, die zu einem Schlüssel im DNS passen muss.
- DMARC sagt, was mit Mail passieren soll, die daran scheitert. Unser Eintrag
steht auf
p=reject, also: wegwerfen.
Das ist die scharfe Einstellung, und wer sie setzt, kann sich damit auch selbst aussperren. Deshalb war die letzte Prüfung nicht "ist die Mail angekommen", sondern ein Blick in die Kopfzeilen der angekommenen Mail:
dkim=pass spf=pass dmarc=pass
Diese drei Wörter kann man in jedem Mail-Programm selbst nachsehen, meist unter
"Original anzeigen" oder "Quelltext". Sie stehen in der Zeile
Authentication-Results, und sie sind das Urteil des empfangenden Servers
darüber, ob er die Absenderadresse glaubt. Bei uns steht dort jetzt dreimal
pass, auch für eine Nachricht, die über die Weiterleitung gelaufen ist.
Was noch fehlt: die weiteren Postfächer für die Orga, damit nicht wieder alles an einer Person hängt. Genau dieser Fehler hat uns die Adresse gekostet.